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Balkan River Tour

„Am lebendigsten sind meine Erinnerungen an meine Kindheit, wenn ich daran denke, wie viel Zeit ich am Fluss verbrachte. Mein Vater nahm mich zum ersten Mal zum Angeln mit, als ich fünf Jahre alt war – und seitdem lässt mich der Fluss mit seiner ganz besonderen Stimmung nicht mehr los. Für mich sind Flüsse so etwas wie Lebensadern, ohne die ich ebenso wie unser Planet Erde nicht sein kann.
Als mir zu Ohren kam, dass auf der Balkanhalbinsel, die sich über eine großen Teil des südöstlichen Europas erstreckt – darunter auch mein Heimatort in Slowenien – geradezu zwanghaft Dämme gebaut werden, war ich richtiggehend schockiert. Ich konnte es nicht fassen, dass die Profitgier des Kapitalismus ausgerechnet hier, an diesem wunderschönen einzigartigen Fleck Europas, wo die Natur noch unberührt ist und es noch wilde Flüsse gibt, keinen Halt macht. Dass diese Pläne eng mit Korruption und Geldwäsche verbunden sind und die Natur unter dem Deckmantel, in Zeiten der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze zu schaffen, wie es ausländische Großkonzerne ins Feld führten, ausgebeutet wird, machte die Sache für mich noch schlimmer. Europa setzt mehr und mehr auf nachhaltige Energiequellen und ist schon relativ autark in der Energieversorgung – und trotzdem sollen noch 2.700 neue Wasserkraftwerke gebaut werden, anstatt die vorhandenen zu modernisieren. Es hat sich herausgestellt, dass der Großteil des damit produzierten Stroms ins Ausland exportiert werden soll, sogar in Länder außerhalb Europas.

River

Ed Abbey hat einmal gesagt, dass Überzeugungen ohne Aktion der Tod der Seele wäre. Deshalb entschloss ich mich zu handeln. Mit meinem Team von Leeway Collective drehten wir einen kurzen Dokumentarfilm über den letzten großen Wildfluss Europas, die Vjosa, der viele Zuschauer dazu bewog, sich für die Umwelt engagieren zu wollen. Schon bald war klar, dass bereits laufenden Kampagnen für den Erhalt von Wildflüssen zwei wichtige Elemente fehlten: Bekanntheit und Publikumswirksamkeit. Die Idee, den Erhalt von Wildwasser zu einer coolen Aktion zu gestalten, kam genau im richtigen Augenblick. Zwar machten wir uns damit keine Freunde unter den großen Nichtregierungsorganisationen, doch die Einheimischen fingen Feuer – und auf deren Unterstützung waren wir angewiesen. Balkan Rivers Tour ist eine Bürgerbewegung, das die geplante, die Umwelt zerstörende Staudammflut im Balkan in die Welt hinausschreit, Aktivisten aus der Region zusammenbringt und unter Beweis stellt, dass Naturschutz nicht nur Experten vorbehalten und alles andere als langweilig ist. So lautete mein Ziel, und in nur sechs Monaten konnte ich mit etwas Glück das erstaunlichste Team aller Zeiten zusammenstellen, um uns gemeinsam dieser Herausforderung zu stellen.

Am 16. April 2016 war es dann soweit und der Startschuss für die erste Balkan Rivers Tour fiel. In nur 39 Tagen sollten 500 Kayaker und 1.500 Demonstranten aus 18 Nationen in sechs Ländern 390 Kilometer auf sechs Flüssen zurücklegen. Mithilfe der Medien, die über unsere Kajaktour berichteten, machten wir die ganze Welt auf den Staudammwahn im Balkan aufmerksam. Und so wurde aus einem verrückten Vorhaben die bislang größte Aktion zum Erhalt von Wildwasser, die viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern vereint und unter Beweis gestellt hat, dass Naturschutz rocken kann. Außerdem kam durch unsere Aktion die Wahrheit ans Licht, und der Staudammflut wird Einhalt geboten. Vor kurzem haben wir uns mit den Kayakern Bernhard Steidl (AUT) von WET- Wildwasser Erhalten Tirol und Day Yates (UK) von Save the River Conwy zusammengetan. Gemeinsam haben wir ein neues Projekt aus der Taufe gehoben, das es Umweltschützern vor Ort ermöglicht, ihre Arbeit fortzusetzen: den Free Rivers Fund. Zugkräftige Outdoor-Marken wie Ortlieb unterstützen dieses Projekt nicht nur finanziell. Am Jahresende werden die Gelder an all diejenigen verteilt, die sich leidenschaftlich dafür einsetzen, dass Wildflüsse auf der ganzen Welt erhalten bleiben.“

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